Metrolotion 7,5 mg/g Emulsion zur Anwendung auf der Haut
1 g Emulsion zur Anwendung auf der Haut enthält 7,5 mg Metronidazol.
Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung
Dieses Arzneimittel enthält 13 mg Benzylalkohol (E 1519), 20 mg Stearylalkohol und 2 mg Kaliumsorbat (E 202) pro Gramm Emulsion.
Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.
Emulsion zur Anwendung auf der Haut
Weiße, dünnflüssige Emulsion
Zur Anwendung auf der Haut bei mittelschwerer Rosazea (Stadium II)
Dosierung
Zweimal täglich (morgens und abends) auf die betroffenen Hautbereiche auftragen.
Aus klinischen Studien (Phase III) liegen Erfahrungen zu einer 12-wöchigen Behandlungsdauer (erste Behandlungsphase) vor. Eine deutliche Besserung der Symptome ist erst nach mehrwöchiger Therapie zu erwarten. Die empfohlene Behandlungsdauer sollte nicht überschritten werden. Wenn jedoch innerhalb der ersten Behandlungsphase eine deutliche Besserung eintritt, liegt es im Ermessen des behandelnden Arztes, abhängig von der Ausprägung der Erkrankung, die Behandlung um 3 bis 4 Monate zu verlängern. In klinischen Studien wurde eine topische Therapie mit Metronidazol bei Rosazea bis zu 2 Jahre lang fortgeführt.
Sollte sich während der ersten Behandlungsphase keine deutliche Besserung einstellen, ist die Behandlung mit Metrolotion zu beenden.
Ältere Patienten
Die Dosierung muss bei älteren Patienten nicht angepasst werden.
Kinder und Jugendliche
Die Sicherheit und Wirksamkeit von Metrolotion bei Kindern und Jugendlichen ist nicht erwiesen. Die Anwendung von Metrolotion wird bei Kindern und Jugendlichen daher nicht empfohlen.
Art der Anwendung
Zur Anwendung auf der Haut
Metrolotion dünn auf die betroffenen Hautstellen auftragen.
Die Haut sollte vor der Anwendung von Metrolotion mit einem milden Mittel gereinigt werden. Die Patienten können nach dem Auftragen von Metrolotion nicht komedogene und nicht adstringierende Kosmetika anwenden.
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.
Jeder Kontakt von Metrolotion mit den Augen und Schleimhäuten ist zu vermeiden.
Während der Behandlung mit Metrolotion sollte eine Sonnen- und UV-Lichtbestrahlung der betroffenen Haut vermieden werden. Da Metronidazol bei UV-Exposition zu einem inaktiven Metaboliten umgewandelt wird, nimmt die Wirksamkeit signifikant ab. Phototoxische Nebenwirkungen wurden in klinischen Prüfungen nicht beobachtet.
Beim Auftreten von lokalen Reizerscheinungen sollte Metrolotion weniger häufig angewendet oder abgesetzt werden. Nach dem Abklingen dieser Hautreaktionen kann auf Anweisung des Arztes die Behandlung fortgesetzt werden. Eine unnötige und längere Anwendung dieses Arzneimittels sollte vermieden werden. Die Evidenz lässt darauf schließen, dass Metronidazol bei bestimmten Tierspezies kanzerogen ist. Bisher gibt es keine Evidenz für eine kanzerogene Wirkung beim Menschen (siehe Abschnitt 5.3).
Der Wirkstoff Metronidazol ist ein Nitroimidazolabkömmling und daher sollte bei Patienten mit bekannter Blutdyskrasie eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung durchgeführt werden.
Kaliumsorbat (E 202) und Stearylalkohol können örtlich begrenzte Hautreizungen (z. B. Kontaktdermatitis) hervorrufen.
Benzylalkohol (E 1519) kann allergische Reaktionen und leichte lokale Reizungen hervorrufen.
Wechselwirkungen mit anderen topisch applizierten Präparaten sind nicht bekannt.
Da die systemische Verfügbarkeit von Metronidazol nach topischer Applikation gering ist, ist eine Wechselwirkung mit systemisch verabreichten Medikamenten unwahrscheinlich (siehe Abschnitt 5.2).
Nach oraler Gabe von Metronidazol wurden Wechselwirkungen mit Disulfiram und mit Alkohol (Antabus-Effekt) sowie Warfarin und anderen Cumarin-verwandten Antikoagulanzien (Verlängerung der Prothrombinzeit) beobachtet. Eine gleichzeitige Verordnung von Metrolotion mit Antikoagulanzien sollte daher vermieden werden.
Schwangerschaft
Die Sicherheit einer Anwendung von Metronidazol in der Schwangerschaft ist nicht ausreichend belegt. Insbesondere für die Frühschwangerschaft liegen widersprüchliche Berichte vor. Einige Studien haben Hinweise auf eine erhöhte Fehlbildungsrate ergeben. In tierexperimentellen Studien zeigte Metronidazol keine teratogenen Eigenschaften (siehe Abschnitt 5.3)
Metrolotion darf daher während der Schwangerschaft, insbesondere im ersten Trimester, nur bei zwingender Indikation und wenn andere Therapiemöglichkeiten keinen Erfolg bringen, eingesetzt werden. Wird eine Behandlung als absolut notwendig erachtet, so darf die Anwendung nur so kurz und so kleinflächig wie möglich erfolgen.
Stillzeit
Nach oraler Gabe erreicht Metronidazol in der Muttermilch Konzentrationen, die mit denen im mütterlichen Plasma vergleichbar sind. Obwohl die Blutspiegel bei kutaner Applikation von Metrolotion signifikant niedriger sind als solche, die durch orale Einnahme von Metronidazol erreicht werden, sollte bei stillenden Müttern eine Entscheidung darüber getroffen werden, ob entweder das Stillen zu unterbrechen oder die Behandlung mit Metrolotion abzubrechen ist.
Dabei sollte die Wichtigkeit der Behandlung für die Frau berücksichtigt werden.
Fertilität
Es liegen keine Daten vor.
Nicht zutreffend.
Die folgenden Nebenwirkungen wurden spontan gemeldet und sind innerhalb jeder Systemorganklasse in der Reihenfolge ihrer Häufigkeit nach folgender Konvention angegeben:
Sehr häufig (≥ 1/10)
Häufig (≥ 1/100, < 1/10)
Gelegentlich (≥ 1/1 000, < 1/100)
Selten (≥ 1/10 000, < 1/1 000)
Sehr selten (<1/10 000)
Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)
Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes
Häufig: trockene Haut, Erythem, Pruritus, Hautbeschwerden (Brennen, Schmerzen an der Haut/Stechen), Hautreizung, Verschlechterung der Rosazea
Häufigkeit nicht bekannt: Kontaktdermatitis, Hautabschuppung, Schwellung des Gesichts
Erkrankungen des Nervensystems
Gelegentlich: Hypästhesie, Parästhesie, Dysgeusie (metallischer Geschmack)
Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
Gelegentlich: Übelkeit
Nach topischer Anwendung von Metrolotion kann sich im Bereich der Auftragsstelle eine Kontaktdermatitis entwickeln, die sich als Brennen, Prickeln und Rötung äußert.
Eine Kontaktallergie auf den Wirkstoff und die sonstigen Bestandteile kann sich in Form von Juckreiz, Rötung und Blasenbildung im gesamten Bereich und darüber hinaus (sog. Streureaktionen) entwickeln, der mit der Lotion in Kontakt war.
Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.
Bei Anwendung gemäß der Anweisung des Arztes ist keine Überdosierung möglich.
Es wurden keine toxischen Wirkungen nach oraler Gabe am Tier gefunden in Dosierungen, die mit der Einnahme des Inhaltes von 7 Tuben zu 50 g Metrolotion durch einen Erwachsenen mit 72 kg Körpergewicht und mit der Einnahme des Inhaltes von mehr als einer Tube durch ein 12 kg schweres Kind vergleichbar sind.
Pharmakotherapeutische Gruppe: Chemotherapeutika zur topischen Anwendung, ATC-Code: D06BX01
Wirkmechanismus
Metronidazol verfügt über antibakterielle und anti-protozoische Wirkungen gegen eine große Zahl pathogener Mikroorganismen. Der Wirkmechanismus von Metronidazol bei Rosazea ist nicht bekannt. Es gibt jedoch pharmakologische Befunde, die dafür sprechen, dass die Wirkung auf antibakteriellen und/oder entzündungshemmenden Eigenschaften von Metronidazol beruhen könnte.
Nach topischer Applikation von 1 g Metrolotion im Gesicht von 12 gesunden Probanden findet man weniger als 0,5 % der Serumkonzentration, die nach oraler Gabe von 250 mg Metronidazol nachweisbar ist. Nach topischer Applikation lagen die Serumkonzentrationen des Hydroxymetaboliten zwischen weniger als 9,6 ng/ml (Nachweisgrenze) und maximal 17,3 ng/ml. Die zeitabhängige systemische Wirkstoffbelastung (AUC) nach Applikation von 1 g einer topischen Metronidazol-Zubereitung (Metrolotion) betrug nur 1,4 % derjenigen nach oraler Gabe einer 250 mg Metronidazol-Tablette.
Akute Toxizität
Am Kaninchen ließen sich nach einmaliger kutaner Applikation von Metronidazol auf normale und abradierte Haut unter Okklusivbedingungen über 24 Stunden keine hautreizenden Eigenschaften nachweisen.
Subakute Toxizität
Nach kutaner Applikation von Metronidazol am Kaninchen über einen Zeitraum von 13 Wochen wurden auch in hohen Dosierungen keine toxischen Effekte nachgewiesen. An der Ratte fand sich nach kutaner Applikation von Metronidazol über 4 Wochen (2 ml/kg/Tag auf 10 % der Körperoberfläche) keine relevanten toxischen Effekte.
Nach wiederholter Gabe von Metronidazol über einen Zeitraum von 26 bis 80 Wochen traten bei Ratten erst nach hohen Dosen Testisdystrophien und Prostataatrophien auf. Toxische Effekte bei Hunden nach wiederholter Gabe äußerten sich in Form von Ataxien und Tremor. Bei Untersuchungen an Affen zeigte sich nach einjähriger Gabe eine dosisabhängige Zunahme von Leberzelldegeneration.
Mutagenität
Metronidazol wirkt in Bakterien nach Nitroreduktion mutagen. Methodisch valide Untersuchungen ergaben keine Hinweise auf eine mutagene Wirkung in Säugerzellen in vitro und in vivo. Untersuchungen an Lymphozyten von Patienten, die mit Metronidazol behandelt wurden, erbrachten keine relevanten Hinweise auf DNA-schädigende Wirkungen.
Kanzerogenität
Zu Metronidazol liegen Hinweise auf tumorigene Wirkungen an Ratten und Mäusen vor. Erwähnenswert ist insbesondere die erhöhte Rate an Lungentumoren nach oraler Gabe an Mäuse. Ein Zusammenhang mit einem genotoxischen Wirkmechanismus scheint nicht gegeben, da nach hohen Metronidazoldosen in transgenen Mäusen in verschiedenen Organen inklusive der Lunge keine erhöhten Mutationsraten festgestellt wurden.
Reproduktionstoxizität
Tierversuche haben bei Ratten und Kaninchen keine teratogenen Effekte oder andere embryotoxische Wirkungen ergeben.
Carbomer 941
Benzylalkohol (E 1519)
Glycerol
Macrogol 400
Macrogolstearylether-21
Macrogolglycerolstearate (Ph.Eur.)
Stearylalkohol (Ph.Eur.)
Dünnflüssiges Paraffin
Cyclomethicon
Kaliumsorbat (Ph.Eur.) (E 202)
Milchsäure- und/oder Natriumhydroxid-Lösung (zur pH-Werteinstellung)
Gereinigtes Wasser.
Nicht zutreffend.
Im unversehrten Behältnis
2 Jahre
Nach Anbruch des Behältnisses
3 Monate
Nicht im Kühlschrank lagern oder einfrieren.
Tube fest verschlossen halten.
Tuben mit 5 g, 15 g, 30 g und 50 g Emulsion bzw. Flaschen mit 30 ml und 60 ml Emulsion zur Anwendung auf der Haut. Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
Keine besonderen Anforderungen für die Beseitigung.
Galderma Laboratorium GmbH
Toulouser Allee 23a
40211 Düsseldorf
Telefon: 0800 5888850
Telefax: 0211 63558270
E-Mail: kundenservice@galderma.com
57718.00.00
Datum der Erteilung der Zulassung: 28. Juni 2006
Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 14. Januar 2013
12.2024
Verschreibungspflichtig